Nächtlicher Kabelbrand in Krems löst Stromausfall aus

Ein lauter Knall riss am späten Abend des 29. Juni 2026 zahlreiche Anrainer in der Kremser Mölkergasse aus der Ruhe. Kurz vor 22.00 Uhr kam es in einer dortigen Trafostation zu einem folgenschweren Zwischenfall, der einen teilweisen Stromausfall im gesamten Kremstal bis nach Imbach nach sich zog. Dank der reibungslosen Kooperation zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Krems und dem Energieversorger EVN konnte die Gefahr rasch gebannt werden.

Laut ersten Anrainerberichten waren gegen 21.55 Uhr deutliche, knallende Geräusche aus dem Bereich der Trafostation zu vernehmen. Unmittelbar darauf erloschen in zahlreichen Haushalten die Lichter. Da die Anwohner zudem einen stechenden Brandgeruch wahrnahmen, reagierten sie geistesgegenwärtig und setzten unverzüglich den Notruf ab.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte am Einsatzort in der Mölkergasse quoll bereits dichter Rauch aus den Lüftungsschlitzen der Trafostation. Fast zeitgleich traf ein Techniker des Störungsdienstes der EVN an der Einsatzstelle ein. Da Einsätze an elektrischen Anlagen dieser Größenordnung für die Feuerwehr extreme Risiken bergen, stimmten sich der Einsatzleiter der Feuerwehr und der Elektrofachmann der EVN noch vor den ersten Maßnahmen taktisch eng ab.

Während die Feuerwehr einen Atemschutztrupp ausrüstete und parallel dazu einen zweifachen Brandschutz – bestehend aus einem CO₂-Löscher für die elektrische Anlage und einer gefüllten Löschleitung mit einem Hohlstrahlrohr zur Absicherung – aufbaute, leitete die EVN die Freischaltung der Anlage ein.

Der EVN-Mitarbeiter öffnete zunächst den Niederspannungsbereich der Station und entfernte die dortigen Sicherungen. Anschließend öffnete er unter äußerster Vorsicht die Zugangstür zum Hochspannungsbereich, woraufhin den Einsatzkräften dichter, schwarzer Rauch entgegenschlug.

Nachdem sich der Rauch durch das öffnen der Türe etwas gelichtet hatte, lokalisierte der Techniker einen akuten Kabelbrand. Da die Station zu diesem Zeitpunkt bereits nachweislich spannungsfrei war, ging der Atemschutztrupp der Feuerwehr mit dem CO₂-Löscher vor und konnte den Brand innerhalb kurzer Zeit erfolgreich niederschlagen.

Mit dem reinen Löschen der Flammen war der Einsatz jedoch noch nicht beendet. Die anschließende Kontrolle mittels Wärmebildkamera zeigte extrem hohe Temperaturen an den massiven Kupferkabeln. Um ein erneutes Aufflammen sicher zu verhindern, musste der Atemschutztrupp die Kabelstränge vorsichtig mit dem Hohlstrahlrohr und Wasser kühlen.

Die Temperatur wurde dabei kontinuierlich überwacht. Erst als die Kupferkabel so weit heruntergekühlt waren, dass keine thermische Gefahr mehr von ihnen ausging, konnte Entwarnung gegeben werden. Nach einer abschließenden Begehung und Freigabe durch die Elektrofachkraft der EVN rückte die Feuerwehr Krems wieder in die Hauptwache ein.

Für die betroffene Bevölkerung gab es bereits während des laufenden Feuerwehreinsatzes Erleichterung: Weitere parallel mobilisierte Trupps der EVN arbeiteten unter Hochdruck an Netzumschaltungen. Dadurch gelang es dem Energieversorger, die Stromversorgung in weiten Teilen des Kremstales noch vor dem offiziellen Einsatzende der Feuerwehr wiederherzustellen.

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