Am späten Nachmittag des 29. Oktober 2026 kam es unmittelbar vor dem Feuerwehrhaus in Stiefern zu einem spektakulären Lkw-Unfall. Ein mit Bauschutt beladener 30-Tonnen-Lkw geriet beim Zurücksetzen über eine steile Böschung und saß fest. Die anschließende Bergung erforderte den Einsatz des schweren Kranfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Krems sowie präzise abgestimmte Millimeterarbeit.
Gegen 16:30 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Stiefern zu der Lkw-Bergung direkt vor der eigenen Haustür alarmiert. Das Fahrzeug war im Bereich der Luftkessel auf der steilen Böschung aufgesessen. Wie sich später herausstellte, blieb die Druckluftanlage des Schwerfahrzeugs dabei erfreulicherweise nahezu unbeschädigt.
Nach der Erstabsicherung der Einsatzstelle und der Lageerkundung war schnell klar, dass eine Bergung des rund 30 Tonnen schweren Gespanns mit den örtlichen Mitteln nicht möglich war. Daher wurde über die Bereichsalarmzentrale Krems das in der Hauptwache Krems stationierte Kranfahrzeug des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes nachalarmiert. In der Hauptwache Krems wurden umgehend das Kranfahrzeug sowie das Kranbegleitfahrzeug mit dem entsprechenden Kranbegleitcontainer besetzt und rückten in das Kamptal aus.
Um das Gesamtgewicht für die bevorstehende Bergung zu reduzieren, organisierte die örtliche Einsatzleitung bis zum Eintreffen der Kremser Kräfte einen Bagger, der rund acht Tonnen der geladenen Bauschutt-Fracht vom Lkw ablud. Während des Entladevorgangs wurde das Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Stiefern in einer Garagenbox positioniert, um das abgerutschte Schwerfahrzeug mit der Seilwinde im direkten Zug gegen ein weiteres Abrutschen zu sichern. Zeitgleich sperrten die Einsatzkräfte die Straße im Bereich der Einsatzstelle beidseitig ab.
Nach dem Eintreffen der Spezialkräfte aus Krems wurde die Bergung gemeinsam mit der örtlichen Einsatzleitung genau durchgeplant. Die Wahl fiel auf ein kombiniertes Verfahren: Das Heck des Lkw sollte mit dem Kran angehoben werden, während die Seilwinde des Tanklöschfahrzeugs das Fahrzeug zeitgleich zurück auf festen Untergrund zieht.
In enger Zusammenarbeit bereiteten die Einsatzkräfte den Kranaufbau vor. Während ein Teil der Mannschaft den Kran rüstete, Unterlegeplatten positionierte sowie Hebebalken und Anschlagmittel bereitstellte, bereiteten weitere Feuerwehrleute die Anschlagpunkte an der dritten Achse des Lkw vor. Dazu wurden jeweils vier Radmuttern an den Hinterrädern entfernt und durch spezielle Adapter ersetzt, um eine sichere Verbindung für die Rundschlingen zu gewährleisten.
Nachdem der Kran hebebereit aufgebaut war und die Rundschlingen angeschlagen wurden, konnte der Lkw im Heckbereich angehoben werden. Ein Einweiser koordinierte dabei punktgenau die Hebearbeiten des Krans und den Zug der Fahrzeugseilwinde, um gefährlichen Schrägzug zu vermeiden. Nach dem Anheben wurde der Kranarm langsam in Zugrichtung der Seilwinde geschwenkt. Durch dieses abgestimmte Zusammenspiel konnte der Schwerlaster zügig und ohne weitere Beschädigungen auf die Fahrbahn zurückgezogen werden.
Nach einer Kontrolle des Fahrzeugs durch den Fahrer und Firmenangehörige konnte Entwarnung gegeben werden: Der Lkw blieb fahrbereit und konnte selbstständig wenige Meter weiter sicher eingeparkt werden. Augenscheinlich wurde lediglich die Befestigung der Druckluftkessel verbogen. Das Fahrzeug wird am Folgetag von einem Lkw-Mechaniker eingehend überprüft. Nach dem Abbau des Krans konnten die Kräfte der FF Krems wieder in die Hauptwache einrücken und den Einsatz beenden.
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