Zu einem fordernden Einsatz wurden die Feuerwehren Gossam, Emmersdorf und Krems am Freitagmorgen, den 20. Februar 2026, gerufen. Ein schwerer Lkw-Unfall auf winterlicher Fahrbahn und ein missglückter Hilfeversuch sorgten für eine stundenlange Bergungsaktion.
Der Einsatz begann bereits kurz nach 7.00 Uhr morgens, als die Freiwillige Feuerwehr Gossam zur Unfallstelle alarmiert wurde. Nur wenig später folgte die Alarmierung der FF Emmersdorf. Vor Ort zeigte sich eine dramatische Szene: Ein Sattelzug war von der Fahrbahn abgekommen und im Graben gelandet. Ein zweiter Lkw-Lenker, der dem Verunfallten sofort zu Hilfe eilen wollte, wurde selbst zum Pechvogel. Beim Abbremsen auf der spiegelglatten Fahrbahn rutschte sein Anhänger ebenfalls in den Straßengraben.
Während die Feuerwehren die Absicherung der Unfallstelle übernahmen, galt die erste Sorge dem Fahrer des verunfallten Sattelzuges. Dieser wurde vom eingetroffenen Rettungsdienst medizinisch erstversorgt und mit Verletzungen unbestimmten Grades zur weiteren Behandlung in das Universitätsklinikum St. Pölten transportiert.
Während der Anhänger des Ersthelfers durch die Kräfte aus Emmersdorf und Gossam zügig und unbeschädigt aus dem Graben befreit werden konnte, gestaltete sich die Lage beim verunfallten Sattelzug deutlich schwieriger. Dieser war mit 24 Tonnen Ladung beladen und drohte in der Schräglage weiter abzurutschen. Da die Mittel vor Ort nicht ausreichten, wurde die Hauptwache der Feuerwehr Krems mit dem dort stationierten 50-Tonnen-Kranfahrzeug sowie dem Begleitfahrzeug nachalarmiert.
Der Schneefall der Nacht wurde zum größten Hindernis. Das Bankett war völlig aufgeweicht, die Straße durch Schneematsch extrem rutschig. Da ein Umladen der 24 Tonnen Ware vermieden werden wollte bzw. ein Trennen des Gespanns unmöglich war, forderte der Einsatzleiter ein Räumfahrzeug der Straßenmeisterei Spitz an. Erst nachdem die Fahrbahn geräumt und gesalzen war, konnten die Bergefahrzeuge den nötigen Grip aufbauen.
Ein besonderer Moment der Improvisation folgte während der Bergung des verunfallten Sattelkraftfahrzeuges. Da selbst der schwere Kran der FF Krems auf dem matschigen Untergrund wegzurutschen drohte, entschied der Kranführer, das Räumfahrzeug der Straßenmeisterei als zusätzliche Masse vor den Kran zu spannen.
Mit dieser gebündelten Kraft und der gleichzeitigen Sicherung durch das Hilfeleistungsfahrzeug der FF Emmersdorf konnte der Sattelzug Zentimeter für Zentimeter aus dem Graben gezogen werden. Zwischendurch mussten die Einsatzkräfte händisch aufgestautes Erdreich entfernen, das wie ein Keil gegen die Bergung arbeitete.
Nach rund dreieinhalb Stunden stand der Sattelzug wieder auf der Straße. Da die Zugmaschine massiv beschädigt und fahruntüchtig war, wurde sie vom Kran Krems mittels Bergeeinrichtung aufgenommen und auf einen nahegelegenen Parkplatz abgeschleppt. Ein Ersatzfahrzeug des Besitzers übernahm den beschädigten Auflieger noch vor Ort welcher ebenfalls zu dem Parkplatz fuhr um die Ladung dort auf ein geeignetes Ersatzfahrzeug zu laden.
Nach insgesamt über fünf Stunden im Einsatz konnten alle beteiligten Kräfte von der Einsatzstelle abrücken. Die reibungslose Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren Gossam, Emmersdorf und Krems sowie dem Rettungsdienst und der Straßenmeisterei sorgte für ein sicheres Ende dieses anspruchsvollen Einsatzes.
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