Gegen 0.30 Uhr wurden am 13. Jänner 2026 mehrere Bewohner eines Mehrparteienhauses durch einen lauten Knall aufgeschreckt. Wenig später bemerkten sie starke Rauchentwicklung und setzten umgehend den Feuerwehrnotruf ab. Der Disponent der Bezirksalarmzentrale Krems alarmierte daraufhin alle Feuerwachen der Feuerwehr Krems. Zusätzlich rückten das Rote Kreuz, die Polizei sowie in weiterer Folge die Feuerwehren Imbach, Langenlois, Palt, Rohrendorf und Herzogenburg mit zahlreichen Einsatzkräften an.
Bereits während der Anfahrt informierte die Feuerwehrleitstelle die Einsatzkräfte darüber, dass eine Person aufgrund der massiven Verrauchung in einer an die Brandwohnung angrenzenden Wohnung versucht hatte, sich durch einen Sprung aus dem ersten Obergeschoss in Sicherheit zu bringen. Beim Eintreffen der Feuerwehr wurde sofort eine Schiebeleiter in Stellung gebracht und der Mann gerettet. Zu diesem Zeitpunkt schlugen bereits Flammen aus den Fenstern der Brandwohnung im Erdgeschoss, dichter Rauch quoll ins Freie.
Da sich noch eine weitere Person in der Brandwohnung befand, ging unverzüglich ein Atemschutztrupp zur Menschenrettung vor. Der Mann konnte im Eingangsbereich der Wohnung aufgefunden und im Freien an den Rettungsdienst übergeben werden.
Parallel dazu wurde eine Löschleitung in den Innenhof gelegt, um den Brand von außen zu bekämpfen. Aufgrund der starken Verrauchung des Stiegenhauses war rasch klar, dass sämtliche weiteren Hausbewohner – insgesamt 41 Personen – über Balkone, Fenster oder mit Hilfe von Leitern gerettet werden mussten. Einsatzleiter ließ daher zusätzlich zur Drehleiter der Feuerwehr Krems die Teleskopmastbühne der Feuerwehr Langenlois sowie die Drehleiter der Feuerwehr Herzogenburg nachalarmieren, um mehrere Rettungswege gleichzeitig zu ermöglichen.
Nach und nach trafen weitere Feuerwehreinheiten ein, viele Einsatzkräfte legten bereits während der Anfahrt ihre Atemschutzgeräte an, um sofort bei der Evakuierung unterstützen zu können. Insgesamt wurden 19 Personen über die Drehleiter der Feuerwehr Krems, drei über das Hubrettungsgerät der Feuerwehr Langenlois sowie zehn Personen über Steck- und Schiebeleitern gerettet. Weitere Bewohner konnten über das Stiegenhaus mithilfe von Fluchthauben, die vor dem Einatmen giftiger Rauchgase schützen, in Sicherheit gebracht werden.
Unverletzte Personen wurden während des Einsatzes in der Bezirksstelle des Roten Kreuzes betreut und anschließend in Notquartieren in einem Kremser Gasthof untergebracht. Nach erfolgreicher Menschenrettung, dem Löschen des Brandes und einer umfassenden Kontrolle konnte schließlich „Brand aus“ gegeben werden. Zur Sicherheit wurde oberhalb der Brandwohnung die Fassade geöffnet und überprüft, eine Brandausbreitung konnte jedoch ausgeschlossen werden.
Nach Abschluss der ersten Aufräumarbeiten wurde das Stiegenhaus mit Hochleistungslüftern entraucht. Einige Bewohner durften danach, unter Begleitung von Feuerwehrkräften, kurzzeitig in das Gebäude zurückkehren, um wichtige persönliche Gegenstände und Kleidung zu holen. Aufgrund der erheblichen Brandschäden und der massiven Verrauchung ist das Haus derzeit jedoch unbewohnbar. Zudem wurde das Gebäude vorsorglich durch Techniker der EVN vom Stromnetz getrennt.
Neben den Bewohnern konnten auch mehrere Haustiere aus dem Haus gerettet werden. Die Brandursache ist derzeit noch unbekannt. Die Polizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen.
Insgesamt standen 111 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren mit 27 Fahrzeugen rund sechs Stunden im Einsatz. Das Rote Kreuz war mit 13 Fahrzeugen und 24 Helferinnen und Helfern vor Ort. Die Nacharbeiten dauerten bis Dienstagvormittag an, da Gerätschaften wieder einsatzbereit gemacht und Fahrzeuge gereinigt werden mussten. Erschwert wurde der Einsatz zusätzlich durch gefrierenden Regen in der Nacht.
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